Traubenkernöl

Traubenkernöl 

Das Auspressen von Traubenkernen ist seit der Antike bekannt. In Deutschland wurden Traubenkerne im Mittelalter durch wassergetriebene steinerne Mühlräder zerquetscht, um das kostbare Öl mit seinem hohen Genusswert und seinen vielfältigen Heilwirkungen zu gewinnen. Eine dieser historischen Mühlen ist im Eifelort Bengel erhalten - und funktionsfähig.
Nach Kriegsende kam die Erzeugung wegen der großen technischen Schwierigkeiten und der damit verbundenen hohen Kosten sehr schnell zum Erliegen. Es entstand ab 1952 die Extraktion - so wurde das Traubenkernöl wieder hergestellt und zu einem relativ günstigen Preis gehandelt.
Durch die Extraktion ( raffinieren ) verliert das Öl Anteile an hochwertigen bioaktiven Wirkstoffen. Der große Preisunterschied läßt jedoch einen normalen Einsatz in Küche und Kosmetik zu, so dass der Mehreinsatz die geringen Qualitätsunterschiede schnell kompensiert.
Schließlich erzeugen nur noch einige Liebhaber Kleinstmengen durch Pressen, während der internationale Markt mit raffiniertem Öl den deutschen Markt beherrscht.
 
  Quelle: Zeitschrift Alles über Wein


Braten
Traubenkernöl ist höher erhitzbar als andere edle Speiseöle (Rauchpunkt über der Brattemperatur!) und von daher als Öl ideal zum Braten geeignet. Die besonderen Wirkstoffe bewirken offenbar, dass die Braten besonders saftig und schmackhaft geraten. Das gilt nicht nur für alle Fleischarten. Zum Beispiel wird auch "Fleischkäse mit Zwiebeln" durch Traubenkernöl geradezu geschmacklich veredelt. Ebenso gelingen feine Fischgerichte mit wenig (!) Öl in der Pfanne so gut, dass auch anspruchsvolle Köche überrascht sind.

Beizen
Ideale Eignung! Vielfältig einsetzbar - sogar optimal bei der Geschmacksverbesserung bereits gebeizten Graved-Lachses, der zur Geschmacksintensivierung und -abrundung 24 Stunden in Traubenkernöl eingelegt werden kann.

Ergiebigkeit
Traubenkernöl ist extrem ergiebig. Reich an Inhaltsstoffen ermöglicht dieses Öl einen geringen Verbrauch. Unfiltriert abgefüllt entsteht bei niedrigen Temperaturen ein Depot in der Flasche. Kein Grund für Beanstandungen.

Kartoffelgerichte
Kartoffelpuffer und Bratkartoffeln erhalten durch das Öl einen ergänzenden herzhaften Geschmack, und Reibekuchen geraten schön kross und saugen sich nicht voll Fett. Übrigens: Für kalte Kartoffelgerichte wie Kartoffelsalat ist Traubenkernöl nicht geeignet.

Salate
Alle kräftigen, herzhaften Salate erhalten einen zusätzlichen interessanten Geschmacksakzent. Die Wirkstoffe der Salate werden vom Organismus besser aufgenommen.

Dips
Feine Saucen und Dips sind mit Traubenkernöl ideal herzustellen.


Trübungen bei Ölen während der kalten Jahreszeit
Wenn die Umgebungstemperaturen sinken, neigen einige pflanzliche und maritime Öle sowie einige pharmazeutische Weißöle zu Trübungen. Hierzu zählen beispielsweise: Avocadoöl, Erdnussöl, Jojobaöl, Makadamia-Nussöl, Sesamöl,
Olivenöl, Traubenkernöl und Weizenkeimöl sowie Paraffin liquidum.

Diese Trübungen sind völlig natürlich und ein rein physikalisches Phänomen: Die das Öl aufbauenden Triglyceride haben unterschiedliche Schmelzpunkte. Liegt dieser beispielsweise bei +8°C, beginnt das Triglycerid bei dieser Temperatur auszufallen. Das Öl beginnt einzutrüben (Schlierenbildung). Dieses läßt sich beispielsweise beobachten, wenn man eine Flasche Olivenöl extra vierge in den Kühlschrank legt. Auch kann ein hoher Phospholipidanteil (Lecithin) im Unverseifbaren eines Öles dieses Phänomen verstärken (z. B. bei reinen Kaltpressölen). Bei den Weißölen ist dies auf ausflockende Paraffine zurückzuführen.

Dieser Vorgang stellt keinerlei Qualitätseinbußen Ihres Öles dar und ist in der Regel vollkommen reversibel (Ausnahmen sind durch in kurzer Zeit stark fallende Temperaturen möglich - sog. "Kälteschock" - worauf beispielsweise Erdnussöl und Traubenkernöl besonders sensibel reagieren).

Durch langsames Erwärmen auf max. +40°C und gelegentliches Umrühren überführen Sie das Triglycerid aus seinem festen Zustand wieder in den flüssigen. Kleinste Schlieren können dabei sehr lange anhaltend sein, da das feste Triglycerid verschiedene Modifikationen der kristallinen Struktur durchläuft, bevor es in den flüssigen Aggregatzustand übergeht.

Es sei nochmals betont, dass es sich um ein rein physikalisches Phänomen handelt, das zu gewissen Ölen genauso gehört wie beispielsweise seine individuelle Fettsäurezusammensetzung.